Leben mit NF

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Aktuelles

Alexion möchte mit dem AlPaCa Patientenprogramm Menschen mit seltenen Erkrankungen und ihre Angehörigen unterstützen. AlPaCa ersetzt weder eine medizinische Beratung, noch die Arbeit der Patientenorganisationen, sondern hat das Ziel, das Hilfsangebot für Patient:innen mit seltenen Erkrankungen zu ergänzen. Das Patientenprogramm steht

Am 29. Januar fand die interne Alexion Jahrestagung in München statt. Dabei stand das Thema Neurofibromtose in diesem Jahr im Fokus. Während der knapp einstündigen Podiumsdiskussion „Let’s talk NF1“ wurden viele wichtige Themen diskutiert. Als Moderator fungierte Herr Peter Martinka,

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Gomekli (Midametinib) von SpringWorks Therapeutics zur Behandlung von Neurofibromatose Typ 1 (NF1), einer seltenen genetischen Störung, zugelassen. Für die Behandlung kommen sowohl Erwachsene als auch pädiatrische Patienten mit NF1 in Frage, die

Leben mit Neurofibromatose

Drei unterschiedliche Erkrankungen werden gelegentlich fälschlicherweise unter dem Begriff Neurofibromatosen zusammengefasst: die Neurofibromatose 1 (NF1), die Neurofibromatose 2 (NF2) und die Schwannomatose. Diese drei genetischen Erkrankungen entstehen durch Mutationen in verschiedenen Genen, die auf unterschiedlichen Chromosomen lokalisiert sind. Es handelt sind jeweils um eigene Erkrankungen, die nicht in einander übergehen können.

  • Neurofibromatose 1 (NF1) ist die häufigste dieser Erkrankungen. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt etwa bei 1:3.000. NF1  ist keine seltene Erkrankung. NF1 ist die häufigste neurologische Erkrankung, welche durch ein einzelnes Gen verursacht wird. Hauptsymptome sind Cafe au lait Flecken (Pigmentierungsveränderungen) und zahlreiche Neurofibrome (gutartige Hauttumoren).
  • Neurofbromatose 2 (NF2) tritt sehr viel seltener auf. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt hier bei etwa 1:30.000. Hauptsymptome sind beidseitige Tumoren des Hörnerven.
  • Schwannomatose ist noch seltener und tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 1:40.000 auf. Bei dieser Erkrankung treten nur vereinzelte aber oft schmerzhafte Schwannome (Nerventumoren) auf.
  • Alle drei Erkrankungen sind autosomal-dominant vererbbare genetische Störungen. Betroffene haben sie entweder von einem Elternteil, welches eine der Erkrankungen hat, geerbt oder die Krankheit ist neu entstanden durch eine sogenannte „spontane Mutation“ (genetische Veränderung in dem entsprechenden Gen) in den Spermien oder Eizellen.
  • Bei jedem Kind eines Betroffenen Elternteils liegt die Wahrscheinlichkeit bei 50%, dass das veränderte Gen geerbt wird und somit die Krankheit weitergegeben wurde. Die Erkrankung, welche an das Kind vererbt wird, ist immer die gleiche wie die bei dem betroffenen Elternteil. Insbesondere bei der Neurofibromatose Typ 1 kann jedoch die Art und die Schwere der Symptome von Person zu Person innerhalb einer Familie sehr unterschiedlich sein.
  • Die NF1 ist weltweit verbreitet und betrifft beide Geschlechter gleichermaßen. Rasse, geographische oder ethnische Verteilung spielen keine Rolle. Daher kann NF1 in jeder Familie auftreten.
  • Obwohl in den meisten Fälle von Neurofibromatose Typ 1 mild bis moderat verläuft, kann die sie auch zur Entstellung, Blindheit, Fehlbildungen des Skeletts, Haut-, Gehirn- und Rückenmarktumoren, Verlust von Gliedmaßen, bösartigen Tumoren und Lernschwierigkeiten führen.
  • NF1 führt bei Kindern oft zu Entwicklungsstörungen bzw. Entwicklungsverzögerungen, insbesondere Lernschwierigkeiten, die fünfmal häufiger in der NF1-Bevölkerung auftreten als in der Allgemeinbevölkerung.
  • Die Besonderheit von NF2 sind Tumoren, die in den Nerven des Gehörs wachsen und meist Taubheit und schwere Gleichgewichtsstörungen verursachen. Zusätzlich können weiter Tumoren des zentralen Nervensystems auftreten.

Ein Kind mit NF

Einleitung

Die Erfahrung zu machen, dass ein Kind Neurofibromatose hat oder haben kann, ist meist sehr schmerzhaft. Die Diagnose kommt zumeist völlig unerwartet, da die Kinder augenscheinlich völlig gesund sind. Die Kinder haben einige pigmentierte Flecken auf der Haut, die vielleicht seit Jahren übersehen bzw. als einfache Muttermale betrachtet wurden.

Es ist darauf hinzuweisen, dass die Mehrheit der von Neurofibromatose betroffenen Kinder ein langes und gesundes Leben führen mit relativ milden Symptomen.  Ein Teil hat jedoch ernste Komplikationen, doch sind bereits einige dieser Symptome korrigierbar – insbesondere bei der Früherkennung und rechtzeitiger Intervention.

Hoffnung bringt die Tatsache, dass die Forschung im Bereich Neurofibromatose voranschreitet und neue Behandlungsmöglichkeiten erforscht werden.

Die Eltern – egal ob selbst von Neurofibromatose betroffen oder nicht – tragen anfangs zumeist eine Art Schuldgefühl mit sich ein Kind mit einem Genedefekt gezeugt zu haben. Eltern fragen sich, ob ihr Kind Neurofibromatose auf Grund von Röntgenstrahlen, Medikamenten, Alkoholgenuss oder anderen Faktoren während der Schwangerschaft erhalten hat. Deshalb ist es besonders wichtig zu wissen, dass Neurofibromatose  immer das Ergebnis einer genetischen Mutation ist, für die bisher keine bekannten umweltbedingten Ursachen gefunden wurden.

Diagnose von Neurofibromatose

Das erste Anzeichen für das Vorliegen von Neurofibromatose Typ 1 ist das Auftreten von mehreren Café-au-lait-Flecken auf der Haut. Manchmal werden die Café-au-lait-Flecken bereits bei der Geburt bemerkt, aber in der Regel tauchen sie in den ersten Lebensmonaten auf. Kinder mit Neurofibromatose Typ 1 haben in der Regel viele Café-au-lait-Flecken, manchmal Hunderte und fast immer mehr als sechs.  Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Café-au-lait-Flecken und dem Schweregrad der Neurofibromatose Typ 1 besteht.

Das Vorhandensein von mehr als sechs Café-au-lait-Flecken deutet zwar auf die Diagnose Neurofibromatose Typ 1 hin, ist jedoch nicht ausreichend um die Diagnose zu stellen. Es müssen immer zwei von sechs Kriterien vorliegen, welche durch das National Institute of Health definiert wurden (siehe Über NF / NF1). Für die Diagnose kann evtl. ein Gentest hilfreich sein, welcher in etwa 95% aller Fälle ein verlässliches Ergebnis liefert.

Prognose der Neurofibromatose Typ 1

Die Neurofibromatose Typ 1 ist wirklich eine unberechenbare Krankheit. Sie variiert in Sachen Härtegrad von Person zu Person und sogar zwischen zwei Personen in der gleichen Familie mit der gleichen Mutation gibt es zum Teil völlig unterschiedliche Auswirkungen. Einige Menschen gehen durch das Leben mit ein paar Flecken und Unebenheiten auf der Haut ohne zu wissen, dass sie Neurofibromatose haben. Andere haben erhebliche medizinische Komplikationen oder kosmetische Probleme. Diese Probleme können in jeden Lebensabschnitt auftauchen – bei der Geburt oder im Erwachsenenalter -. Gerade dies Unsicherheit macht den Umgang mit Neurofibromatose für alle Betroffenen – ob Eltern, Kind oder Freunde – besonders schwer

Wie gehe ich mit der Krankheit Neurofibromatose Typ 1 um?

Es gibt derzeit keine Heilung für Neurofibromatose Typ 1. Allerdings schreitet die Forschung voran mit dem Ziel neue Therapien bzw. Medikamente zu entwickeln. Bis Therapien bzw. Medikamente einsatzfähig sind, steht das Augenmerk vor allem auf die Früherkennung von Komplikationen welche behandelt werden können – wie z.B. das Entfernen oder Verkleinern von Fibromen (sofern diese Probleme bereiten) oder die rechtzeitige Intervention bei Lernschwierigkeiten.

Ein Kind mit Neurofibromatose Typ 1 sollte mindestens einmal im Jahr einer kompletten medizinischen Untersuchung unterzogen werden. Dabei sollte ein geeigneter Spezialist aufgesucht werden, welcher sich mit dem Thema Neurofibromatose befasst. Jedes neue Anzeichen oder Symptom sollte ausführlich begutachtet werden. Besondere Vorsicht muss gelten, wenn Fibrome schnell wachsen oder Schmerzen verursachen. Die Lernfähigkeit und kognitive Entwicklung des Kindes sollte von „Kindesbeinen an“ überwacht und mit Experten diskutiert werden.

Oft wird die Frage aufgeworfen, ob alle von Neurofibromatose Typ 1 betroffenen Kinder einem CT oder MRT unterzogen werden sollen. Es gibt auf diese Frage keine „richtige“ oder „falsche“ Antwort. Es ist allgemein anerkannt, dass jegliche Anzeichen von neurologischen Problemen umfassend untersucht werden und oft gehört hierzu das Durchführen einer Computertomographie oder eines MRT des Gehirns. Der Wert des Scans in Abwesenheit von Symptomen ist unklar und diskussionswürdig. Einige Ärzte bevorzugen ein CT oder MRT um ein umfassendes Bild des Patienten zu bekommen, während andere den Scan als unnötig empfinden sofern keine Probleme bzw. Beschwerden vorliegen. Bei Kleinkindern ist für die Durchführung eines CT oder MRT immer eine Narkose notwendig. Wichtiger noch als die Suche nach einem Konsens auf die Frage „CT/MRT ja oder nein“ ist die offene Diskussion zwischen Eltern und Arzt über die Risiken und Vorteile des Screening-Tests.

Komplikationen bei Neurofibromatose Typ 1

Einige der häufigsten Komplikationen bei Neurofibromatose Typ 1 sind unten, je nach Alter des Auftretens, beschrieben.

Neugeborene und Säuglinge
Die meisten Neugeborenen mit Neurofibromatose Typ 1 zeigen keine oder nur wenige Anzeichen der Erkrankung.  Café-au-lait-Flecken werden zumeist in den ersten Lebenswochen entdeckt.

Neurofibrome werden im Säuglingsalter eigentlich kaum angetroffen. Eine Ausnahme stellen die sogenannten plexiformen Neurofibrome dar, welche zumeist als leichter Schwellung unter der Haut erkennbar sind. Das Nichtvorhandensein im Kindesalter lässt jedoch nicht darauf schließen, dass später keine plexiformen Neurofibrome entstehen können.

In seltenen Fällen tritt Neurofibromatose Typ 1 in Verbindung mit Knochendeformitäten auf, die typischerweise – wenn überhaupt – bereits bei der Geburt vorliegen. Von der Knochendeformität sind vor allem Gesichts- oder Beinknochen betroffen.

Eine andere seltene Missbildung  ist die Anomalie der knöchernen Wand hinter dem Auge. Dieser Zustand, als Orbital Dysplasie bekannt, kann zu kosmetischen Problemen führen, die zu einem gewissen Grad durch die plastische Chirurgie korrigierbar sind.

Neurofibromatose Typ 1 kann auch Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System haben und in seltenen Fällen liegt ein angeborener Herzfehler vor.

Vorschulalter

 

In diesem Alter sind die Café-au-lait-Flecken in der Regel im Tageslicht sichtbar. Falls die Café-au-lait-Flecken nicht im Tageslicht erkennbar sind verwenden Dermatologen und Genetiker häufig eine sogenannte „Wood Lampe“ um diese Stellen zu erkennen. Plexiforme Neurofibrome können wachsen oder zum ersten Mal entdeckt werden. Zumeist können auch die ersten Frecklinge/Sommersprossen in der Achselhöhle oder Leistengegend entdeckt werden – ein weiteres Anzeichen für Neurofibromatose Typ 1. Des Weiteren können schon die ersten kutanen Neurofibrome entstehen, welche sich weich anfühlen und einen rosa bis violetten Farbton besitzen. Die kutanen Neurofibrome sind in der Regel nicht schmerzhaft und verursachen – neben optischen Problemen – nur selten Probleme. Einige Kinder entwickeln bereits im frühen Kindesalter Neurofibrome, was jedoch keine Aussagekraft in Sachen Anzahl der Neurofibrome bzw. Komplikationen bedeutet.

Zwei Anomalien bezüglich des Wachstums werden bei Kindern im Vorschulalter häufig bemerkt. Diese Kinder sind oft kleiner als man Bezug nehmend auf die Größe von Vater und Mutter annehmen würde. Die Ursache dieses Kleinwuchs ist bisher nicht bekannt und medizinische Tests sind meist nicht aussagekräftig. Die andere Anomalie bezüglich des Wachstums ist die der größere Kopfumfang. Das ist in der Regel nicht unangenehm für das Kind und korreliert nicht mit neurologischen Problemen. Der Kopf wächst schneller als normal, jedoch gleichmäßig schnell. Solange dies der Fall ist, ist es meist nicht erforderlich eine Untersuchung durchzuführen. In seltenen Fällen kann das Kopfwachstum mit Erbrechnen oder Kopfschmerzen verbunden sein. In einem solchen Fall ist ein MRT-Scan zu empfehlen, um sicher zu sein dass sich kein erhöhter Druck von Fluid im Inneren des Gehirns gebildet hat (auch Hydrocephalus genannt).

Hirntumore können bei Neurofibromatose Typ 1 Patienten in jedem Lebensstadium auftreten, einschließlich der frühen Kindheit. Zum Glück ist die Wahrscheinlichkeit mit ca. 10-15% relativ gering. Optikusgliome breiten sich entlang der Sehnerven bzw. Sehbahn aus, involvieren jedoch auch häufig das Zwischenhirn (Hypothalamus). Sehstörungen oder hormonelle Störungen sind die häufigsten Symptome. Die Therapieempfehlungen sind sehr widersprüchlich, da der Spontanverlauf der Erkrankung nicht vorhersehbar ist. Sehbahntumore entstehen in der Regel während des ersten Lebensjahrzehntes, können sich jedoch auch noch später entwickeln. Die meisten Sehbahntumore bringen keine Symptome mit sich und erfordern keine Behandlung. Sofern jedoch ein Problem auftritt kann dies schwerwiegende Folgen wie z.B. Verlust des Sehvermögens, Beulen am Augenbereich oder starken Schmerzen führen. Sehbahntumore welche als problematisch eingestuft werden, bringen häufig eine Chemotherapie für den Patienten mit sich. Es wird empfohlen, dass alle Kinder die von Neurofibromatose Typ 1 betroffen sind jährlich einer Augenuntersuchung unterzogen werden.

Entwicklungsverzögerungen, Sprachstörungen oder motorische Problem sollten sobald sie feststehen angegangen und behandelt werden.  Frühe Intervention z.B. durch Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Bildungseinrichtungen kann sehr effektiv sein. Eltern welche Verdacht auf solche Probleme schöpfen sollten ihr Kind einer gründlichen neuropsychologischen Beurteilung durch einen Facharzt unterziehen um eine frühe Diagnose zu erhalten. Die geistige Behinderung (mentale Retardierung) ist eine seltene Komplikation der Neurofibromatose Typ 1 in tritt wenn dann meist im Vorschulalter auf.

Schulalter

Jede der oben genannten Ausprägungen von Neurofibromatose Typ 1 kann sich im Schulalter erstmalig bilden bzw. fortsetzen. Lernschwierigkeiten stellen eines der häufigsten Probleme im Zusammenhang mit Neurofibromatose Typ 1 dar. Ungefähr die Hälfte aller Betroffenen Kinder hat mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen. Die Behandlung von Lernstörungen erfolgt bei von Neurofibromatose Typ 1 betroffenen Kindern genauso wie bei nicht betroffenen Kindern mit Lernstörungen. Verhaltensstörungen einschließlich Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten stellen leider keine Seltenheit bei Neurofibromtose Typ 1 dar.

Lernschwierigkeiten werden leider häufig erst offenbar, wenn das Kind in der Schule ist und/oder die akademischen Erwartungen wachsen. Die Lernschwierigkeiten nehmen im Zeitablauf nicht zu, d.h. sie verschlechtern sich nicht im Laufe der Zeit. In der Tat lassen sich die Fähigkeiten des Kindes durch frühe und geeignete Maßnahmen in der Regel deutlich verbessern und es werden Fortschritte erzielt.

Lisch Knötchen können im fortgeschrittenen Schulalter auftreten. Die Lisch-Knötchen der Augen gelten als ein sehr hilfreiches diagnostisches Kriterium, da sie sich bei nahezu allen Patienten mit Neurofibromatose Typ1 über 20 finden. Dabei handelt es sich um kleine, rundliche, scharf begrenzte und leicht erhabene Veränderungen in der Regenbogenhaut. Sie haben einen hellen gelblich bis bräunlichen Farbton. Die Anzahl dieser Veränderungen nimmt mit dem Alter der Patienten zu. Lisch Knötchen können oft nur von einem Augenarzt mit Hilfe einer sogenannten Spaltlampenuntersuchung erkannt werden.

Eher selten hat Neurofibromatose Typ 1 Auswirkungen auf die Blutgefäße. Eventuell kann es zu hohen Blutdruck (Hypertonie) kommen. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Methoden zur Behandlung von Bluthochdruck.

Skoliosen oder Verkrümmungen der Wirbelsäule sind bei Neurofibromatose Typ 1 Patienten häufiger anzutreffen als in der allgemeinen Bevölkerung. Es ist ratsam Kinder, welche von Neurofibromatose Typ 1 betroffen sind, während der Kindheit immer wieder auf Skoliose zu untersuchen, da bei rechtzeitiger Erkennung effektive Behandlungsmöglichkeiten vorliegen.

Jugendliche

 

Das Jugendalter ist in der Regel eine Zeit des Wandels und oft werden die Erscheinungsformen der Neurofibromatose Typ 1 sichtbarer. Betroffenen, die bisher noch keine Neurofibrome während der Kindheit entwickelt haben bemerken zum Teil die ersten Neurofibrome auf der Haut während der Pubertät. Bereits bestehende plexiforme Neurofibrome wachsen häufig in diesem Alter.  Auch die Frecklinge nehmen in diesem Alter zu. Die Ursache dieser Veränderungen ist wissenschaftlich noch nicht erforscht, doch wird vermutet, dass dies auf die Veränderung der Hormone zurückzuführen ist.

Das Teenager-Alter ist generell eine schwierige Zeit für jeden, doch die zusätzliche Belastung auf Grund von Neurofibromatose Typ 1 kann dazu führen, dass einige Jugendliche Gefühle von Depression, Angst und sozialer Isolation empfinden. Den Jugendlichen bei der Wahl des sozialen Netzwerkes zu beraten und zu unterstützen kann für diesen oft sehr hilfreich sein.

Lebensbedrohliche Komplikationen bei Neurofibromatose Typ 1

 

Wie bereits erwähnt führen die meisten Menschen mit Neurofibromatose Typ 1 ein langes und in der Regel „gesundes“ Leben. Doch es muss an dieser Stelle auch angemerkt werden, dass einige Betroffene mit sehr ernsten und zum Teil sogar lebensbedrohlichen Komplikationen zu kämpfen haben. Neurofibrome sind in der Regel keine krebsartigen Tumore und verbreiten sich nicht im Körper. Bei manchen Kindern können die Neurofibrome allerdings bösartig werden.

 

Ein Zeichen der Malignität (Bösärtigkeit der Tumore) ist das plötzliche Wachstum von Neurofibromen bzw. das Auftreten von Schmerzen in einer zuvor schmerzfreien Zone. Es ist üblich, dass plexiforme Neurofibrome Schmerzen bereiten, wenn z.B. daran gestoßen wird. Dieser Schmerz unterscheidet sich jedoch vom Schmerz mit dem die Malignität assoziiert wird, da dieser eher spontan und ohne Einwirkung auf die entsprechende Stelle auftritt.

Schätzungen zu Folge treten bösartige Tumore bei etwa 8-13% der NF1 Patienten auf. Auch wenn diese Zahl als groß erscheint, muss darauf hingewiesen werden, dass etwa 40% der Allgemeinbevölkerung – mit oder ohne Neurofibromatose – im Laufe ihres Lebens bösartige Tumore entwickeln. Krebs in Verbindung mit Neurofibromatose Typ 1 wird in der Regel mit einer Kombination aus Operation, Bestrahlung und Chemotherapie behandelt. Das Ergebnis ist stark davon abhängig, in welchem Stadium die Bösartigkeit erkannt wurde.

Besonderes Augenmerk muss auf Tumore im Gehirn und im Rückenmark gelegt werden. Zwar sind nur relativ wenige Neurofibromatose Typ 1 Patienten davon betroffen, doch ist das Risiko für Kinder mit Neurofibromatose Typ 1 größer als das von nicht betroffenen Kindern. Hirntumore werden in der Regel auf Grund von Symptomen wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Krampfanfälle, Sehstörungen oder Verhaltensveränderungen erkannt.  An dieser Stelle möchten wir jedoch ausdrücklich darauf hinweisen, dass nicht alle Kopfschmerzen bei Kindern mit Neurofibromatose Typ 1 auf einen Hirntumor hindeuten. Gewöhnliche Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen und Migräne treten bei Neurofibromatose Typ 1 Patienten mindestens genauso häufig wie in der Normalbevölkerung auf. Bei anhaltenden und besonders starken Kopfschmerzen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Lernschwierigkeiten

Lernstörungen bei Kindern mit Neurofibromatose

Lernstörungen stellen eine der häufigste und herausforderndsten Komplikationen von NF1 dar.

Die Forschung hat gezeigt, dass etwa 50-60% der Kinder im schulpflichtigen Alter mit NF1 mit Schulschwierigkeiten zu kämpfen haben. Viele Kinder haben in der Schule Schwierigkeiten beim Lesen, der Rechtschreibung, dem Rechnen und im schriftlichen Ausdruck.

Die Schätzungen zur Häufigkeit der komplexen Lernstörungen bei NF1 variieren erheblich, meist als Folge der Verwendung unterschiedlicher diagnostischer Kriterien.

Info für Familie & Freunde

Was können Angehörige tun?

Stress und Angst können lähmend sein. Deshalb ist in dieser Situation die Unterstützung von Familie und Freunden besonders wichtig. Jeder reagiert anders und nicht selten ist professionelle Hilfe notwendig, um Stress, Angstgefühle und Depressionen zu bekämpfen. Besonders bei einer neu diagnostizierten NF ist professionelle Hilfe wichtig. Nehmen Sie die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten rechtzeitig in Anspruch!

Besonders Selbsthilfegruppen bieten emotionale Unterstützung und versorgen Sie gleichzeitig mit praktischen Informationen.

Eltern sollen sich so ausführlich informieren, wie sie es selbst für sinnvoll erachten. Seien Sie jedoch vorsichtig mit Inhalten, welche im Internet publiziert werden und rufen Sie sich immer wieder in das Gedächtnis, dass jeder Fall unterschiedlich ist. Es ist wichtig, dass Sie einen kompetenten Arzt finden, der dazu noch einfühlsam und interessiert ist. Indem Sie sich aktiv informieren und mit der Krankheit auseinandersetzen, sind Sie und Ihre Familie mehr und mehr in der Lage mit der Krankheit umzugehen.

Familien können durch eine neue Diagnose in ein richtiges Tief gezogen werden. Geschwister können sich ausgeschlossen fühlen und verärgert reagieren, wenn ein betroffenes Kind zusätzliche Aufmerksamkeit durch die Eltern erfährt. Es ist wichtig mit der Krankheit offen umzugehen und die Familienroutinen weiterhin aufrecht zu erhalten.